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22.01.2019

Google Maps vs. OpenStreetMap - Teil 1 von 3

Der Kartendienst Google Maps bietet für Webseitenbetreiber und Nutzer viele Vorteile: ob eine lokale Anbietersuche oder eine Anfahrtsbeschreibung – der Mehrwert steht außer Frage und so kommt Google Maps auf über 90 % aller Webseiten weltweit zum Einsatz.

 

Google ändert sein Preismodell

Der Marktführer in Sachen Online-Maps ist somit absoluter Vorreiter der Szene und bietet mit Verknüpfungen zu Google My Business Einträgen, Google Street View oder einem Routenplaner mit Echtzeitmessung einen entscheidenden Mehrwert gegenüber anderen Anbietern von Online-Kartendiensten.

Seit dem 16. Juli 2018 macht das Unternehmen Google nun seinen vielgenutzten Kartendienst Schritt für Schritt kostenpflichtig – und knüpft dessen Einbindung auf einer Website an einen gültigen sog. „API-Key“. 

Karten, welche ohne gültigen API-Key eingebunden sind, verlieren nun ihre Funktionstüchtigkeit:

Zu diesem Zeitpunkt haben jedoch noch nicht alle Google Maps-Karten ihre Funktionalität verloren.

Während dynamische Karten ohne gültigen API-Key bereits nicht mehr aufgerufen werden können, werden Karten ohne gültigen API-Key, welche über einen sog. „iFrame“ eingebunden sind, zum aktuellen Zeitpunkt noch korrekt dargestellt.

Zukünftig wird jedoch auch diese Methode nicht mehr funktionieren. Für jedes Verfahren zur Einbindung von Google Maps auf einer Website ist dann ein gültiger API-Key mit hinterlegten Zahlungsdaten zwingend notwendig.

revier informiert

In unserer 3-teiligen Serie informieren wir Sie über das neue Google-Preismodell sowie die Vor- und Nachteile von Google Maps, erläutern den Aufbau einer Online-Karte und geben Auskunft über alternative, kostenlose Anbieter von Online-Kartendiensten.

Das „neue“ Google Maps

Für die Produkte des Online-Kartendienstes Google Maps gilt seit dem 16. Juli 2018 ein neues Preismodell.

Die Nutzung und Einbindung der einzelnen Produkte auf einer Website sind nun an einen gültigen API-Key gebunden.

Sämtliche Varianten, Google Maps auf einer Website einzubinden, erfolgen über eine sog. API (Programmierschnittstelle). Diese Schnittstellen werden von Google bereitgestellt – und müssen nun über einen API-Key (Tracking-Schlüssel) „aktiviert“ werden.

Zur Erstellung eines einmaligen Tracking-Schlüssels benötigt man zunächst ein Google-Konto. In der Google Cloud Platform Console kann der API-Key anschließend angelegt werden – hierfür müssen gültige Zahlungsdaten hinterlegt werden. Dabei stehen die Methoden Kreditkarte und Lastschrift zur Verfügung.

Die Angabe ungültiger Rechnungskonten ist dabei nicht möglich, da Google die hinterlegten Zahlungsdaten durch die Überweisung eines marginalen Geldbetrages verifizieren lässt - der Wert der Überweisung (unter 1,00 €) muss im Google-Konto eingegeben werden. Nun ist der API-Key gültig und kann für die Nutzung der Google-Produkte (Aktivierung der benötigen API) verwendet werden.

Preisgestaltung - Dynamische Karte & iFrame-Einbindung (Stand 01 | 2019)

Zumeist wird für die Einbindung von Google Maps die dynamische Karte (Maps JavaScript API) oder die Variante über einen iFrame (Maps Embed API) genutzt.

Im revier kombinieren wir die Einbindung der dynamischen Google Maps-Karte (Maps JavaScript API) mit einer zusätzlichen Routenfunktion für unseren TYPO3-Projekte. In WordPress-Projekten nutzen wir vornehmlich die iFrame-Lösung (Maps Embed API).

Für die API der dynamischen Karte berechnet Google nun für einen Kartenaufruf 0,007 $ (ca. 0,0061 €) und für einen Aufruf einer Wegbeschreibung 0,005 $ (ca. 0,0043 €).

Jedoch gewährt Google einem Webseitenbetreiber jeden Monat ein Guthaben von 200,00 $ - wodurch die Nutzung von Google Maps für eine bestimmte Anzahl an Aufrufe pro Monat kostenlos wird:

Somit dürfte für den Großteil aller Webseitenbetreiber die Nutzung von Google Maps auch weiterhin ohne zusätzliche Kosten möglich sein.

Die Einbindung eines iFrames (Maps Embed API) wird auch weiterhin vollkommen kostenlos bleiben (Stand 01 | 2019). Jedoch ist auch hier ein Google-Konto sowie ein gültiger API-Key mit hinterlegten Zahlungsdaten zwingend notwendig.

Google Maps: Vor- und Nachteile

Der Online-Kartendienst Google Maps bietet viele Vorteile, jedoch bringt die Nutzung auch eine Reihe von Nachteilen mit sich.

Vorteile von Google Maps:

  • Bekanntester Kartendienst mit intuitiver Nutzung
  • Viele verschiedene Varianten und Einbindungsmöglichkeiten
  • Verschiedene Möglichkeiten zur Interaktion
  • Verknüpfungen zu Google My Business
  • Satellitenansicht (deckt 99 % der gesamten Erde ab)
  • Routenberechnung

Nachteile von Google Maps:

  • Google-Konto und API-Key benötigt
  • Begrenzte Anzahl an Gratisaufrufen
  • Zahlungsdaten müssen in jedem Fall hinterlegt und verifiziert werden
  • Lädt eigene Fonts (ggf. nicht EU-DSGVO-konform)

Alternative Anbieter

Insbesondere die Tatsache, dass die Online-Karte von Google eigene Fonts (Schriftarten), die sog. Google Fonts für eine korrekte Darstellung lädt, ist es angebracht, alternative Anbieter von Online-Kartendiensten näher zu betrachten.

Ein rechtlich einwandfreier Einsatz von Google Fonts ist, im Hinblick auf die neue Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO), zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschließend geklärt – und wird von Datenschützern äußerst kritisch betrachtet.

Der Aufbau von Online-Karten alternativer Anbieter zu Google Maps bestehet zumeist aus drei Hauptkomponenten – Kartendaten, Kartenkacheln sowie interaktiven Funktionen und Markern.

  1. Kartendaten: Das Basismaterial jeder Karte – beinhaltet Straßen, Ortschaften, Gewässer, etc.
  2. Kartenkacheln (Map Tiles): Die komprimierten Kartendaten stellen den an die Kachel angepassten Bildausschnitt dar - zusammengeführt als visuelle Ansicht.
  3. Interaktive Funktionen und Marker: Programmierte Funktionen zur Interaktion - für Routenberechnungen oder Platzierungen von Wegpunkten.

Fazit

Google änderte sein Preismodell, wonach die Produkte von Google Maps nun ab dem ersten Aufruf kostenpflichtig sind. Um Marktanteile jedoch nicht an kostenlose Anbieter von Online-Kartendiensten, wie etwa OpenStreetMap zu verlieren, stellt Google den Betreibern von Webseiten ein monatliches Budget von 200,00 $ zur Verfügung – wodurch für den Großteil der Betreiber kein tatsächlicher Aufwand entstehen sollte.

Die Notwendigkeit eines API-Key mit hinterlegten Zahlungsdaten sowie die Tatsache, dass der rechtskonforme Einsatz von Google Fonts noch nicht abschließend geklärt ist, verursacht jedoch einen faden Beigeschmack.

Ausblick

Im zweiten Teil unserer Serie stellen wir Ihnen die wohl bekannteste Alternative zu Google Maps – das OpenSource-Projekt OpenStreetMap vor. Mit eigenen Map Tiles sowie Kacheln weiterer Anbieter bietet der Online-Kartendienst viele Gestaltungs- und Einbindungsmöglichkeiten für den Einsatz auf einer Website.

Für Fragen und weitere Informationen zum neuen Google-Preismodell sowie dem Online-Kartendienst OpenStreetMap stehe ich Ihnen gerne entweder per E-Mail (steffen.immler@revier.de) oder per Telefon (0751 35 90 69 9 - 16) jederzeit zur Verfügung.

Verfasser
Steffen Immler
Online Marketing
revier online GmbH & Co. KG
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